geöffnet Donnerstag, Freitag, Samstag von 16.00 bis 19.00 Uhr
Back to all Exhibitions

BUILDING BODIES

12 Mar 2021 - 28 Mar 2021

Körper bebauen

Beteiligte Künstler*innen:

Ronny Aviram, Jorinde Becker, Bosse Bergfeld, Connor John Marcus Blundell, Franziska Dathe, Aaron Gaab, Johanna Geißler, Anastasiia Gundar, Livia Hanson, Hana Hazem, Svenja Jarisch, Miriam Jehle, Franziska Koch, Leonie Kunz, Felix Lorenz, Jake Monroe, Luka Naujoks, Clara Rotermund, Rasool Abu Saab, Nele Hendrikje Sandner, Mascha Schultz, Arno Selle, Nesren Shalgen, Nathanael Uhlig, Frida Zack mit Theresa Arzenheimer, Elena Gniss und Mim Schneider

Wir bilden Körper, bauen Körper,
bebauen Körper, bebildern Körper,
bekörpern Bilder, verkörpern uns,
machen uns ein Bild vom Körper,
der zwischen unseren Händen zerfließt
und von diesen neu aufgebaut wird.
Fragmente unserer physischen Daseinsform werden betrachtet,
hinterfragt und in neue Zusammenhänge gesetzt.

Das Projekt Building Bodies ist durch das Workshop-Programm der Akademie für transkulturellen Austausch realisiert worden.

Innerhalb eines Jahres haben sich 25 Studierende der HGB Leipzig und der Universität Leipzig  gemeinsam mit Agnes Lammert und Prof. Jörg Ernert digital getroffen, um in physischer Distanz eine körperliche Auseinandersetzung zu gestalten. Der Körper diente dabei als Material und Motiv.

Die digitale Begegnung erweiterte und begrenzte die Möglichkeiten – neue Formen entstanden.

Ausgehend von Künstler*innen wie Rebecca Horn, Sasha Waltz und Shirin Neshat – welche einen starken körperlichen Bezug in ihren Werken haben – wurden eigene Positionen entwickelt.

Vom 12.03.2021 bis zum 28.03.2021 werden ausgewählte Arbeiten in Form von Malereien, Performance, Fotografie, Videoarbeiten und Installation in der a&o Kunsthalle zu sehen sein – zunächst ausschließlich digital.

Anastasiia Gundar

TechnoKali

Acryl – 108x83cm – 2021

Kalidldol

Aquarell – 40x30cm – 2021

TechnoBeduin

Aquarell – 40x30cm – 2021

Ceasers

Aquarell – 40x30cm  -2021

Was macht eine Entität „lebendig“? Wie nennt man den Körper eines Lebewesens ohne Bewusstsein? Kann ein Bewusstsein außerhalb eines Körpers existieren? Religion und Wissenschaft versuchen diese Fragen seit tausenden von Jahren zu beantworten. 

Was die Religion betrifft, so bevorzuge ich persönlich den Hinduismus und den Buddhismus, da sie sich stärker auf das menschliche Bewusstsein fokussieren. Im hinduistischen Pantheon gibt es eine Göttin, die jedem anbietet, sich von seinen Ängsten zu befreien, wenn sie sich bereit erklären, in einen neuen Seins-Zustand überzutreten: Diese Göttin heißt Kali. Kali symbolisiert nicht nur den Tod, sondern viel mehr, die Transformation, die Befreiung vom Körper und dem Ego – welche ich in der Gestalt von Caesars Kopf darstelle. Es ist der Erwerb der Unsterblichkeit durch die Ablehnung des Konzepts „Ich bin mein Körper.“

Ganz ähnlich bietet uns die Wissenschaft im Rahmen des Transhumanismus-Konzepts eine Möglichkeit, sich in der Ewigkeit fortzusetzen. Building Bodies bedeutet für mich technologische, neue Körper, die nicht auf die biologische Evolution beschränkt sind. Man kann sie als symbolische Vereinigung von Wissenschaft und Religion betrachten – Unsterblichkeit mittels veränderbarer und ersetzbarer Gestalt. Das Bild der hinduistischen Göttin Kali führt uns durch die Ablegung der Ängste und durch die Transformation in eine neue Welt, in der es für alle bisher bestehenden Lebensformen, in Form von Beduinen mit Wäldern auf dem Rücken – das verstehe ich nicht ganz, kaum noch Platz gibt. So entsteht TechnoKali. Sie kann als Göttin des 21. Jahrhunderts oder als ein Mensch einer neuen Epoche

Arno Selle

Wurm

Öl auf Leinwand – 130x100cm – 2020

Bosse Bergfeld

How to run in proper form

Öl auf Leinwand – 120x80cm – 2021

Clara Rotermund

Mein Finger

Bleistift auf Papier – 20,9×14,9cm – 2021

Mein Profil

Bleistift auf Papier – 20,9×14,9cm – 2021

Felix Lorenz

Ohne Titel

Öl auf Leinwand – 60x50cm – 2020

Ohne Titel

Öl auf Leinwand – 60x50cm – 2020

Franziska Dathe

Bedrückung

Ton, ungebrannt – 17x10x13cm – 2021

Bedrängnis

Öl auf Leinwand – 130x100x2cm – 2021

Franziska Koch

Contact Improvisation

Tusche auf Papier – 100x240cm – 2020

Ohne Titel

Kohle auf Papier – 42x30cm – 2019

Ohne Titel

Kohle auf Papier – 42x30cm – 2019

Frida Zack mit Theresa Arzenheimer, Elena Gniss und Mim Schneider

Was passiert, wenn wir uns in unserer Unterschiedlichkeit unterstützen, statt zu versuchen, die
gleiche Form anzunehmen?
In der kollektiven Arbeit “pwrpwrpwr” treffen vier Körper in verschiedenen Formen, Rhythmen und
Energien aufeinander. Ausgangspunkt der Arbeit ist die Beschäftigung mit dem Begriff “Powerfrau*”
und die damit einhergehend reproduzierten und erwarteten Formen, Zuschreibungen und
Stereotypen an Menschen und Körper in unserer Gesellschaft.

Die Ketten, die mit Kleidungsstücken von der Decke hängen, stehen dabei zugleich exemplarisch
für Formgebungen und Limitierungen, denen wir ausgesetzt sind, als auch für Sicherheit und
Stützen, an denen sich festgehalten werden kann. In der Live Performance teilen sich Theresa
Arzenheimer, Elena Gniss, Mim Schneider und Frida Zack den Raum und recherchieren mit ihren
Körpern Fragen wie:
Was bedeutet Emanzipation als Frau? Was bedeutet Emanzipation als Mensch? Wo wohnt meine
Kraft? Was treibt meinen Körper an? Was hält mich fest? Was bedeutet verbunden sein?
Kann ich mit meinen Ketten spielen? Können wir uns heilen?

Aufgrund der Hygienemaßnahmen zur Bekämpfung der Corona Pandemie konnte die Live
Performance nicht gezeigt werden. Deshalb ist in der Ausstellung die “abwesende Performance” zu
sehen – der komplette Aufbau der Performance nach einer Generalprobe in der a&o Kunsthalle. Bei
einer Öffnung könnte die Performance jederzeit aufgeführt werden. Ergänzt wird der Aufbau von
einem Video, das die Entstehung der Arbeit im Atelier zeigt. Die Performerinnen Theresa
Arzenheimer, Elena Gniss, Mim Schneider und Frida Zack bleiben dadurch solange weiter im
Prozess, bis die Performance wieder live in einem Raum mit anderen Menschen geteilt werden
kann.

Johanna Geißler

Bodybuilding with Jo

Ästhetische Erforschung der Fitnesskultur am eigenen Leib. Über mehrere Monate hinweg übte ich mich darin Muskeln aufzubauen, um mich zu einer quietschrosanen Bodybuilderin zu verwandeln und die Masse mit meinen Muskelmassen in Staunen zu versetzen. Es dauerte nicht allzu lang bis ich feststellte, dass ich nicht bereit bin für die Kunst oder eine witzige Idee meinen Körper komplett umzubilden. Die gesammelten Erfahrungen verwandelten sich stattdessen in etwas Neues.

Die Lust den eigenen Körper zu bewegen und zu spüren ließ mich ein neues Fitnessprogramm entwickeln. Also wirf dein Lieblingsalbum in die Musikbox und bewege zu jedem Song einen Teil deines Körpers. Tanzen ist stattdessen auch immer erlaubt. Das Lieblingsalbum ist unsportlich? Kein Problem, hier geht’s zur kompletten Bodybuilding with Jo – Playlist: https://www.youtube.com/playlist?list=PLDG41pxBFuu_UOc3BZjnhELLzGDyKs0Yu

Hier ist nur der Trailer zu sehen. Das komplette Video findet sich in der Ausstellung oder auch auf Anfrage https://jaguaraufpirsch.wordpress.com/kontakt/

Video abspielen

Jorinde Becker, Mathilda Frohloff, Jake Monroe, Connor Blundell

Leonie Kunz

Ohne Titel

MRT scan auf Fotopapier – 50x40cm – 2020

Ohne Titel

Fotoprint – 2020

Livia Hanson

Die zweite Haut

C-Print – 80x80cm – 2021

Selbstbild

C-Print – 40x50cm – 2021

Luka Naujoks

Überwinden

Tusche auf C-Print – 120x90cm – 2021

Ohne Titel

Zinn auf C-Print – 7x7cm – 2021

Mascha Schultz

Ohne Titel

Kohle auf Papier – 187x288cm – 2021

Miriam Jehle

Daily Reminder

Video- und C-Print – 13x828cm – 2021

Aktionsbeschreibung:

Mit einer Tätowiermaschine werden die Worte LOVE YOUR BODY in meine Haut geschrieben. Dabei findet keine Farbe Verwendung. Die Schrift wird als Verletzung auf meiner Haut lesbar. Jeden Tag mache ich ein Foto von dem Tattoo, bis mein Körper die Wunde geheilt hat und die Worte nicht mehr zu erkennen sind.

In den ersten Tagen assoziiere ich LOVE YOUR BODY unmittelbar mit der physischen Wahrnehmbarkeit der Verletzung. Die bewusste Störung der Körperintegrität wird zu einem Mittel zur Verinnerlichung einer geistigen Haltung.

 

Ich kann die Worte nicht von meiner Haut entfernen. Die Lesbarkeit und die daraus folgende tägliche Konfrontation mit meinem Körperbild sind abhängig vom Prozess der Wundheilung.

Nach ungefähr 45 Tagen sind nur noch dezente Narben sichtbar.

Haben sich die Worte eingeprägt?

Nathanael Uhlig

Express Emotions

61×151×20cm – 2021

Express Emotions – the state of meditation

61×151×20cm – 2021

Express Emotions – the state of anger

61×151×20cm – 2021

Nele Hendrikje Sandner

Schweben

400x250cm – Papier, Naturfärbemittel, Tusche – 2021

Gewölk

164x145cm – Sperrholzplatte, Papier, Tusche, Ölkreide, Acryl – 2021

Ronny Aviram

Metamorphosis I-V

158x66cm – fine art print and mixed media – 2021

They say that Neptune, lord of the seas, violated her in the temple of Minerva. While enraged, Jupiter’s daughter turned her head away and held her shield before her eyes. To punish that great crime, she changed the Gorgon’s splendid hair to foul serpents. 

Ovid, Metamorphoses, 4.793-803

In the Archaic culture she was the Mother Goddess. The Hellenistic cosmology mortalized her, robbed her of her divinity, only to transform her into a hideous beast, a serpent-haired woman.

According to Ovid’s metamorphosis, the Gorgon Medusa was raped by Neptune in Minerva’s temple. In what would be identified now as blaming of the victim, her punishment for defiling the temple was triple: her curls turned into snakes, her hands to metal claws.

She became a monstrous creature that cannot be in the company of others, for the sight of her would turn them into stone.

 She was exiled to an island, never to be gazed upon, never to look in another’s eyes. Her death came by the hands of Perseus, who gave her severed head to Minerva to be placed upon her shield.

This work is a humble contribution to a long tradition of telling the Medusa tale. It quotes masterpieces of painting and sculpture from the Renaissance and Baroque, which focused on Medusa’s severed head. It brings back her living body, her warmth and movement, her broken heart, her confusion and anger.

This Medusa is not fixed in one final form: she is vibrating, caught in the midst of a transformation which she did not ask for. The work consists of five variations, signaling that the transformation is not determined. Medusa is not, and never was, just one thing.

This medusa might turn you into stone. She might not. Look at her, and maybe if she chooses to turn her head, she might look back.

Svenja Jarisch

Ohne Titel

Bleistift auf Papier – 2021

Hana Hazem

The Closet

Mixed Media Installation, Siebe, Glitzer, Sand, Faden – 2021

Was ist das Gewicht, der Gedanken auf dem Körper?

Und wie bewegt sich der Körper, wenn der Mensch schwere Gedanken und Träume hat, die er nicht ausdrücken kann?

Jeder von uns hat seine Fantasie und einen Ort, um diese auszuleben. Jeder Mensch auf dieser Welt sammelt seine Sachen und reist auf seiner Reise mit seinen Ideen, Träumen und Versuchungen, die er liebt.

Aber ich ziehe meinen Körper jeden Tag, nach dem Abendessen langsam zurück in mein Zimmer, öffne meinen Kleiderschrank und verhalte mich wie eine Prinzessin. Dort weiß niemand, wie mein Körper und ich in der Vorstellung von Ekstase schwimmen.

Rasool Abu Saab

Bürokratischer Sumpf

Mixed Media Installation, Skulptur aus Pappmaché  – 125x200x300cm – 2021


Nesren Shalgheen

Die Entstehung

Acryl auf Leinen – 80x65cm – 2020

Aufbauend auf

Acryl auf Leinen – 120x89cm – 2021

Jetzt

Ton-Papier-Bindemittel – 30x40cm – 2017

Wie viele Körper habe ich verloren, wie viele Rollen habe ich gespielt…

Ohne zu wissen, dass Sie nur angehäuft sind.

Die Ironie ist, dass ich immer schon gedacht habe, in einer Richtung zu fahren, doch die Wahrheit ist, dass es in jeder Richtung unzählige Widerspruche gibt.

Aaron Gaab

Backseat
C-Print – 15x10cm – 2020

Finsta
C-Print – 12,5x18cm – 2021

Ohne Titel 1
C-Print – 29,7×19,5cm – 2019

Ohne Titel 2
C-Print – 42×27,5cm – 2020

Become a member Order Ticket
  • Date: 12 Mar 2021 - 28 Mar 2021
  • Location:a&o Kunsthalle
  • Curators:Prof. Joerg Ernert & Agnes Lammert