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Informal City Park

16 Apr 2021 - 28 May 2021

Informal City Park 

16. April bis 28. Mai

https://www.informal-city-park.com 

Beteiligte Künstler*innen:

Mrs. Heba Mohamed (Cairo) Mrs. Rana Samir (Cairo)
Mrs. Sanabel Gabr (Cairo) Mr. Omar Abd El-Baky (Cairo) Frau Grit Aulitzky (Dresden) Frau Layla Nabi (Dresden) Frau Gabriela Kobus (Leipzig) Herr Konrad Hanke (Leipzig) 

Kurator*innen: Team StudioKhana: 

Mrs. Iman Nabil (Cairo) Mrs. Huda Zikry (Cairo) Mr. Amr Amer (Cairo) 

Ausstellungsansichten fotografiert von Gustav Franz. 

Studiokhana for Contemporary Art ist ein ägyptisches Künstlerkollektiv, das 2012 gegründet wurde, mit dem Ziel, die Lücken in der Infrastruktur der zeitgenössischen Kunstszene zu schließen, die kritischen und pädagogischen Bedürfnisse zu fördern und verschiedene Archiv- und Bildungsmaterialien für arabischsprachige Menschen bereitzustellen. In den letzten fünf Jahren hat sich die Gruppe dazu verpflichtet, einen offenen Raum für ein unabhängiges Studienprogramm zu bieten, um kulturelle Produktion und künstlerische Praktiken in einer Reihe von Disziplinen und Medien zu unterstützen und zu erleichtern. Der Fokus liegt dabei vor allem auf der Stärkung der konzeptionellen und kognitiven Aspekte junger Künstler und Kunststudenten. Neben der Organisation und Kuratierung von kollektiven Kunstausstellungen in Zusammenarbeit mit lokal und international bekannten und etablierten Künstlern, werden Diskussionen über Themen angeregt, die uns in der heutigen Zeit betreffen.  

In ihrer künstlerischen Arbeit bewegt sich Projektinitiatorin und Künstlerin Gabriela Kobus zwischen architektonischen, städteplanerischen und soziologischen Belangen und verwendet dabei unterschiedliche Medien.
Ihr Fokus liegt auf den urbanen Strukturen der Megacities, insbesondere den ungeplant wach- senden informellen Siedlungen, Barackenstädten und Slums, die in allen urbanen Ballungszentren weltweit vorzufinden sind. Die formalen Aspekte einer Megacity als riesiges, wucherndes Gebilde jenseits des menschlichen Maßes, interessieren sie ebenso wie die Stadt als eine Grundlage des sozialen Lebens, eng verknüpft mit den Bedürfnissen ihrer Bewohner*innen. 

Mit dem Begriff “Vergnügungspark” greift sie das menschliche Bedürfnis nach Zerstreuung, Alltagsflucht und Vergnügen – unabhängig von individuellen Lebensumständen, auf. 

Vergnügungspark benennt eine artifiziell erschaffene Erlebniswelt, die einen Kontrast zum alltäglichen Leben bildet, während Slum für ein Alltagsleben unter ganz bestimmten Gegebenheiten, steht. In der Kombination “Vergnügungspark im Slum” sieht sie ein sperriges Feld, das Fragen nach Absurdität, Pathos und zweifelhaften Wohltätigkeitsideen aufwirft. Damit möchte sie einen experimentellen Denkraum öffnen, in dem Widersprüche und Fragen beleuchtet und beide Themenfelder untersucht werden sollen. 

Welche künstlerischen Überlegungen können daran angeknüpft werden?
Welche Schwerpunkte werden die Teilnehmer*innen in ihren künstlerischen Beiträgen für sich herausarbeiten? 

INFORMAL CITY PARK ist darauf ausgerichtet, sich zu einem Projekt vieler Künstler*innen zu entwickeln, das Teilnehmer*innen mit unterschiedlichen Hintergründen, aus verschiedenen Herkunftsländern und Altersgruppen zusammenbringt. Nach einer Einzelausstellung, bei der sie ihren ersten Ansatz in Form installativer Skizzen beim Lindenow #13 in Leipzig zeigte, möchte sie mit der nun geplanten Zusammenarbeit das Projekt in einem nächsten Schritt weiterführen. 

Sowohl Slums als auch die groß angelegten Themen-Parks können als Systeme, in denen sich große Menschenmengen auf begrenztem Raum bewegen, betrachtet werden. In den informellen Siedlungen erscheinen die räumlichen und wirtschaftlichen Ausprägungen strukturlos und die Menschen sich selbst überlassen. In Themen-Parks ist der Raum in gestalterischer und wirtschaftlicher Hinsicht in manchen Fällen bis ins kleinste Detail reguliert, die Menschenmassen werden sorgfältig gesteuert. 

Häufig sind diese Systeme in der Peripherie ausserhalb der städtischen Infrastruktur angesiedelt. Abgrenzung spielt dabei eine mehr oder weniger offensichtliche Rolle. 

Auch ein Blick auf Vergnügungsparks in den unterschiedlichen Vierteln innerhalb der Städte kann interessant sein. Mit den Veränderungen in der Struktur einer Stadt tauchen Fragen nach Veränderungen in bestehenden Vergnügungsparks, beispielsweise von formell zu informell auf. Wie wirkt sich dies auf die Struktur des Raumes und die Psychologie der Menschen aus, die mit ihm interagieren? Welche Veränderungen in der Funktion folgen dem Formwandel und inwiefern entsteht am Rande dieser Vergnügungsparks ein hybrider Raum mit neuen Funktionen? 

Kairo 

Für ihre künstlerische Arbeit stellt Kairo eine hochinteressante Stadt dar. Insgesamt sind in Kairo alle Facetten zwischen Luxus und Slum vorhanden. Das rapide Wachstum der Megacity äußert sich in vielfältigen Prozessen. In der Innenstadt werden unzählige Bauvorhaben umgesetzt, parallel verwaisen oder verfallen ganze Viertel, darunter auch das zentral gelegene “Old Cairo”. Es ist zu beobachten, wie informelle Siedlungen und Slums großflächig abgerissen werden, in Folge wachsen neue Slums und bestehende verdichten sich. Teilweise werden Umsiedlungsprogramme umgesetzt. In den Aussenbezirken befinden sich riesige Wohnsiedlungen in verschiedenen Bauphasen, Rohbauten prägen das Bild. Das größte Neubauprojekt in der Metropolregion Kairo ist “New Cairo”und wörtlich zu verstehen: Eine neue Planstadt. Viele der Viertel mit Häusern im Villenstil sind bereits bezogen, Gewerbekomplexe und Shopping malls eröffnet. 

Während ihres letzten Aufenthalts in Kairo fanden Treffen mit den hier eingeladenen Kairoer Künstler*innen und dem Team StudioKhana statt. Sie stellte das Projekt vor und erste Gedanken zum Thema wurden ausgetauscht. Sympathie und Neugier bewegten sie zu weiteren Treffen, sie sprachen über persönliche und kulturelle Themen. 

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  • Date: 16 Apr 2021 - 28 May 2021
  • Location:a&o Kunsthalle
  • Curators:Studio Khana